Aera     Hand und Fuss      1976         



Nachdem Deutschlands führende Musikzeitschrift in den 70ern, „Sounds“ (1/76), das erste Aera-Album „Humanum Est“ noch etwas zurückhaltend beurteilt hatte (eine stilistische Wundertüte, deren Inhalt noch länger hätte reifen sollen), würdigte Kritiker Manfred Gillig im Heft 4/77 das Album „Hand und Fuss“ als eine der besten deutschen Produktionen der letzen Monate, welche wärmstens zu empfehlen sei. U. a. schreibt Gillig: Aus Franken kommt da eine Platte, die zu den angenehmsten, sympathischsten und erfreulichsten Überraschungen gehört, die mir in den letzten Monaten aus deutschen Landen zu Ohren gekommen sind. Die „Musikgruppe“ Aera macht wirklich nur Musik – weder Rock noch Jazz, ganz einfach Musik, und zwar Musik, die sich international sehen (und hören) lassen kann, Musik, die in den Kopf und in den Körper geht. Das sind melodische Spielereien, bisweilen symphonisch angehaucht, manchmal mit einem Touch von Kammermusik, mit einem soliden Rhythmus-Background und mit viel Interaktion zwischen den Musikern, sehr locker und manchmal schön frei; aber immer zusammen und nie verkrampft. Da hat man das Gefühl, das hier eine Gruppe tatsächlich ihr recht fröhliches und ein bisschen verrücktes Gruppenleben in Musik umsetzt. Da wird nicht von irgendwelchen anglo-amerikanischen Vorbildern abgekupfert, aber auch nicht krampfhaft versucht, originell zu sein. Diese Musik lebt einfach aus und mit den Musikern, z. B. mit den Wechselgesprächen zwischen Flöte und Geige und Saxophon und mit den Einfällen von Muck Groh an der Gitarre, der sehr viel von der Musik dieser LP geschrieben hat und seinerzeit bei „Ihre Kinder“ sein Brot verdiente. Der langen Rede kurzer Sinn: Diese zweite LP von Aera hat Hand und Fuss und ist als eine der besten deutschen Produktionen der letzen Monate wärmstens zu empfehlen. Auf den „Babyblauen Seiten“ wird „Humanum Est“ als ordentliches Debüt mit recht eigenständiger Musik, die zwar nicht ganz den Abwechslungsreichtum und die Intensität der Kollegen von Embryo erreiche, beurteilt, mit dem Freunde von krautig-jazzigen Klängen aber durchaus ihre Sammlung ergänzen können und mit einer Wertung von 9/15 bedacht. Besser gefiel dem Rezensenten das Album „Hand und Fuss“ mit dem Hinweis darauf, dass die von Christoph Krieger gespielte Violine genau die Klangfarbe ins Spiel bringe, die Aera auf dem ersten Album noch gefehlt habe. Die Musik wird als relaxt, farbenfroh, bewegt und virtuos beschrieben. Herausgehoben wird die Bedeutung von Muck Groh als Seele von Aera, der durch sein rockig-bluesiges Gitarrenspiel einen gelungenen Gegenakzent zu den jazzigen Bläsern setze. Besonders gelobt werden die nahezu außerirdisch schwebenden Flöteneinlagen von Saxophonist und Flötist Klaus Kreuzeder, insbesondere wenn sie sich mit der singenden Violine Kriegers verbinden. Als ganz eigenes Ding wird die Musik gewürdigt, „stilistisch irgendwo zwischen Jazz, Jazz-Rock, Folk und Krautrock scheint die Musik irgendwie von Innen heraus zu leuchten“. Diesmal gibt’s 11/15 Punkten. Nicht nur der Rezensent bedauert, dass diese Formation von Aera nach diesem Album auseinanderfiel, denn die folgenden Alben hatten unter der Leitung von Klaus Kreuzeder einen vollkommen veränderten Stil.

www.musikgruppeaera.de

www.neueaera.de

www.muckgroh.de

www.trick-music.de

www.myspace.com/dieneueaera

www.myspace.com/muckgroh

 




Aera - Hand und Fuss

A:
mechelwind
09:24
alabaster keaton 03:06
wrdlbrmfd 05:33
(fürn Karl Valentin)

B:
elephen elephants
08:40
herbstzeitlos 02:27
Ad absurdum 05:06
kamele on 05:35




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