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Wie für viele andere Musikfans war England bzw. London auch für
den Frankfurter Ernst Nadler das Mekka, wo man die Originalsounds,
der sich rasend schnell mit immer neuen und interessanten Bands
verbreitenden Rockmusik, erleben konnte. Es war eben schon ein
Unterschied, ob man sich mit den teilweise verzweifelten Versuchen
der einheimischen Schülerbands, die ihren englischen Vorbildern
nachzueifern versuchten, zufrieden geben musste oder die Gelegenheit
wahrnehmen konnte, sich an den Originalschauplätzen und den
„Originalbands” zu erfreuen. Ernst war schon längst vom
Rockvirus infiziert, als er im Sommer 1966 bei einem seiner häufigen
Englandaufenthalte während eines Konzertes von „Zoot Money and
his Big Roll Band“ derart nachhaltig beeindruckt war, dass er
sofort nach seiner Rückkehr mit gleichgesinnten Freunden die Papa
Zoot Band gründete. Ernst, mit einer beeindruckenden Stimme
ausgestattet, übernahm den Gesang. Sowohl er als auch seine Freunde
waren große Beatles-Fans, und da die Beatles nicht mehr live
auftraten, sah sich die Band in der Pflicht, diese Lücke zu schließen.
Wen wundert es, dass die Umsetzung dieses Plans sich jedoch
schwieriger als gedacht erwies. (Erst Jahre später, 1975, sollten 3
Mitglieder der Papa Zoot Band die bis heute, 2009,erfolgreiche „Beatles-Revival-Band“
gründen.)
Die Papa Zoot Band arbeitete sich durch tägliche Proben, wechselnde
Besetzungen und Stilrichtungen beharrlich nach vorne, bis sie auch
über den Frankfurter Raum hinaus so bekannt und beliebt war, dass
sie zu gemeinsamen Konzerten mit damals so populären Bands wie Guru
Guru, Can, Creation oder Sweet gebucht wurde. Auch den Radiosender
SWF (heute SWR) konnte die Band von ihren Qualitäten überzeugen;
am 13.04.1973 wurden 4 Titel im sendereigenen Studio eingespielt.
Die Veröffentlichung dieser Aufnahmen ist in Planung. Am 01. und
02. Februar 1974 trat die Band beim „German Pop Meeting“ in der
Essener Grugahalle auf, einem zweitägigen Festival, wo wichtige und
bekannte Vertreter des sog. Krautrocks wie u. a. Kraan, Eloy, Guru
Guru, Doldingers Passport, Scorpions, Embryo, Nektar vertreten
waren. Anlässlich dieses Auftrittes wurden auch die meisten im
Booklet verwendeten Fotos geschossen. Zu diesem Zeitpunkt hatte
Bandleader und Namensgeber Ernst Nadler die Gruppe bereits
verlassen, da ihm die Möglichkeit offen stand, einer geregelten Tätigkeit
nachzugehen, die mit dem Leben eines Profimusikers zeitlich nicht zu
vereinbaren war. Bassist Robby Matthes und Drummer Christian Engel
übernahmen die wesentlichen Gesangparts und tourten mit den
verbliebenen Bandmitgliedern, Gitarrist Lutz Sommer und Organist
Tammy Grohé (Ex-Nosferatu), bis zur endgültigen Auflösung der
Band im Herbst 1975.
Der Zufall wollte es, dass sich im Februar 1978 die Bandmitglieder
anlässlich einer Feier wieder trafen. In einer denkwürdigen Nacht
entstand der Plan, nicht zuletzt durch den massiven Druck der in großer
Anzahl ebenfalls anwesenden ehemaligen Fans, ein letztes
Live-Konzert zu geben. Bei diesem Konzert wurde im Wesentlichen auf
die im Zeitpunkt 1973 – 1975 gespielten Eigenkompositionen zurückgegriffen.
Das Konzert fand am 07.04.1978 im ausverkauften alten
„Sinkkasten“ in Frankfurt statt. Während des zweiten Teils des
endgültig letzten Konzertes der Papa Zoot Band wurde auch den
Wurzeln der Band gedacht mit einigen Klassikern aus den 60ern. Für
diesen Teil des Konzertes übernahm Ernst Nadler nochmals das
Mikrofon. Organist Tammy Grohe ist zwischenzeitlich verstorben. Die
CD ist seinem Andenken gewidmet.
Papa Zoot Band
Manfred Steinheuer, März 2009
Papa Zoot Band - Last Concert
The Mirror Inside
04:04
I Wish
09:04
Fly Away
20:10
Do You Have A Little Time
04:28
Friendship Or Love
11:42
Bonus Track
When I Was Young
09:32
Bonus Track
Tobacco Road
10:28
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