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Die Aachener Progger „The Void's Last Stand“ gründeten sich Ende 2007 und zeichnen sich auf ihrem aktuellen Album „A Sun by Rising Set“ (erschienen bei Long Hair Music) durch sprichwörtlichen Ideenreichtum, Mut zum Experiment und die Verschmelzung unterschiedlichster Stile aus, ohne dabei die Zutat Prog-Rock außen vor zu lassen. An Magma erinnernde Basslinien – eingespielt von Rachid Touzani –, Canterbury- und Pop-Anleihen im Velvet Underground Stil vermischen sich mit komplexen Gitarrenparts, vertrackten 5er und 7er Rythmen, gezielten Disharmonien und einer treibenden Kraft, die sich kongenial im abwechslungsreichen Avantgarde- Gesang wiederfindet, zu einem höchst individuellen (Art-)Progwerk, das mehrere Hördurchgänge benötigt, um alle Facetten erfassen zu können. Dazu gesellen sich bisweilen ausufernde Gitarren- Soli von Geoffrey Blaeske und sogar ein erfrischendes Schlagzeug-Solo von Ray Dratwa im Stile des jungen Ginger Baker. Dies alles ist eingewoben in einen poetischen Teppich aus komplexen Bildern, Geschichten, Gedichtspuzzlestücken und Wortneuschöpfungen, anhand derer Sänger und Poet Jonas Wingens scheinbar im Stile von Burroughs' Cut Up Technik mit charakteristischer Stimme ein poetisches Mammutwerk beschwört. Dass dieses Konzeptalbum textlastig ist, wird beim Betrachten des Booklets bereits offensichtlich. So darf auch ein reiner Gedichtsteil im zweiten Songkonstrukt des Albums nicht fehlen, das durch vertrackte Rythmen der übrigen drei jungen Musiker unterlegt wird. In einem Pamphlet, das auf der Homepage
(www.TVLS.de) der jungen Band zum kostenlosen Download angeboten wird, erläutert Jonas Wingens im Stile eines Kurzgeschichtenerzählers die Geschichte hinter den Songs, bzw. das Konzept, welches dem Album samt seinen umfangreichen, oft nur schwer interpretierbaren Texten zu Grunde liegt. Er erzählt die Geschichte des vom längst verstorbenen Herrscher und Sonnengott Elagabal auserwählten Schriftstellers Elilah und dessen innere Kämpfe gegen die dunklen Mächte Elagabals, der den jungen Dichter auserkoren hat, ihn an der Menschheit für die erlittenen Lügen und Intrigen zu rächen. Gesang definiert der Sänger von TVLS als verbales Schauspiel ohne Authentizitätsverlust. Was die Band mit ihrem frisch-bunten Potpourri erreichen will, ist einfach: „Wir wollen keine Zeit verschwenden, indem wir so abwechslungsreich wie möglich sind.“ Das ist offensichtlich gelungen!
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